pillenknick

dogmatisch und …

basslastiges Sonnendogma, sitzend 2. Jun 2008

Gespeichert unter: [ˈlyːrɪk] — pillenknick @ 2:00
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dogmatisch in der Sonne sitzend
donnern von nicht allzu fern
die Bässe, die Bässe
rauschen und vermengen sich mit
dem Echo, dem Echo
gefällt, wie es zunehmend Teppich wird.

dogmatisch in den Bässen sitzend
verbrenn’ ich in der Sonne,

dogmatisch die Bässe verbrennend
sitzt die Sonne im Echo.

dogmatisch, automatisch, autokratisch,
Sonnenecho, Echosonnen,

brennend sitzt das Dogma.

 

blaubeermond, 2. Jun 2008

Gespeichert unter: [ˈlyːrɪk] — pillenknick @ 1:42
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du, sonne, senkst dein haupt,
färbst alle himmel bunt.
streifst der nacht den mantel über
in tiefem dunkelblau,
in tiefem dunklen schweigen.

die weite heide explodiert
ihr teppich in fetzen – patchwork -
ist überall bekannt.

wer darum weiß und
nicht dran denkt
tritt spuren,
blutig blaue spuren
in den asphalt. (mehr…)

 

banjo-boi 19. Mai 2008

Gespeichert unter: [pʀiˈvaːt], [ˈlyːrɪk] — pillenknick @ 3:37
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wie du da stehst mit deinem banjo auf dem boden abgestellt,

wie du da stehst, die hand in der hüfte, die andere am instrument,

wie du da stehst, einsam, wartend, verlassen, mit blick in die ferne,

wie du da stehst, der regen rinnt über dein gesicht, die haare hängen herab,

wie du da stehst, so habe ich von dir geträumt.

wie du da stehst, so steh’ ich auf der anderen seite, zwischen

dem mann, der sein gummibärchen umarmt und

der frau, die mit der zigarette tango tanzt.

wie du da stehst, so steh’ ich auf der anderen seite,

wir warten auf den bus.

 

über die sinnhaftigkeit der sinnlosigkeit 19. Mai 2008

ich bin, meine ich

doch ich bin nicht, sagen sie.

ich höre und rieche und schmecke und sehe und taste, denke ich.

du bist?, würden sie fragen

wenn sie mich wahrnähmen.

und ich frage mich,

was mehr schmerzt,

die egalität oder die nicht-wahrnehmung.

im schmerz für mich mag es gleich sein, egal,

wie soll ich wissen, ob sie mich bemerken oder nicht?,

doch sie -

nun, wenn ich nicht mehr bin,

die gleichgültigkeit wird mich bedauern,

wie jeden anderen

die nicht-wahrnehmung,

wie soll sie wissen, dass ich gestorben,

wo ich nicht einmal gelebt

für sie?

+++

man sagt,

das, was wir menschen „leben“ nennen,

ist das eigentliche sterben.

wie soll ich sterben,

wenn mir nicht einmal das leben zugestanden wird.

werden kann.

randnotiz: der vera sei dank, dass sie es irgendwie geschafft hat, das thema aufzubringen, gleichwohl es ja dieselbe leier wie immer ist. … keine idee ist neu … alles ist schon irgendwie dagewesen, aba nu.

 

replik auf „Und eines tages“ 15. Mai 2008

Gespeichert unter: [poli'tɪk], [ˈkɔpfʃʏtl̩], [ˈlyːrɪk] — pillenknick @ 11:23
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sie haben meine daten gelesen – ich kaufe kondome, gleitmittel und biokaffee
sie haben meinen computer durchsucht – ich habe viele fotos von kindern
sie bewachen meine schritte – ich bin sehr oft einsam
sie haben mir werbung geschickt – ich brauche kein viagra, ich tue schon so anderen weh
sie versandten gesundheitliche informationen – ich bin nicht krank, das würde ich niemals zugeben
sie machten mich gläsern – ich bin wohl exhibitionistisch veranlagt

der fahnder hielt mich für einen sexualstraftäter der schlimmsten sorte: pädophil, exhibitionist, sexsüchtig und uneinsichtig.
meine nachbarn denken das gleiche, seitdem sie mich in der zeitung sahen.
selbst meine familie leugnet alles, was mich entlasten könnte,
dass ich nur safer sex habe, treu und monogam lebe, dass ich stets der fotograf auf allen familienfeiern war (dass unsere große familie aus vielen kindern besteht, können sie aber nicht leugnen, wie tröstlich), dass meine sozialen kontakte zu weit weg sind, dass ich ein ätzender zyniker bin, dass ich schwul bin und sonst nichts.

das nennt die literatur wohl interpretationsfreiheit. ich nenne es mein leben -

ich hätte nie gedacht, dass sie mir so leicht eine neue identität würden geben können, die mir jeder ohne bedenken abkauft – nur ich nicht.

hab ich mich wohl selber ausgeliefert.